Female Chefs Table bei KATE & KON: Warum Frauen in der Gastronomie einen eigenen Tisch brauchen
Eine lange Tafel. 21 Frauen. Gläser in der Hand, der Attersee im Abendlicht. Niemand hält eine Rede, niemand verteilt Visitenkarten. Es wird erzählt, zugehört, gelacht.
Am 5. Oktober 2026 waren wir beim 10. Female Chefs Table bei KATE & KON in Steinbach am Attersee zu Gast. Ein Abend, der weit mehr war als ein kulinarisches Event.
Was am Tisch gesprochen wird, bleibt am Tisch.
Was ist der Female Chefs Table?
Der Female Chefs Table ist ein Veranstaltungsformat der Plattform Female Chefs. Gegründet wurde Female Chefs 2023 von Karin Stöttinger. Ziel ist mehr Sichtbarkeit, Vernetzung und Austausch von Frauen in Gastronomie, Hotellerie, Lebensmittelproduktion und kulinarischer Kreativwirtschaft.
Das Prinzip ist einfach: Frauen aus unterschiedlichen Bereichen der Branche sitzen gemeinsam an einer Tafel. Keine Bühne. Kein Wettbewerb. Kein klassisches Networking. Stattdessen persönliche Gespräche in einem vertraulichen Rahmen.
Über die sogenannten Wild Cards können junge Frauen in Ausbildung kostenlos teilnehmen – und ihre zukünftigen Role Models direkt kennenlernen.
[galerie]
21 Frauen aus ganz Österreich und Deutschland
Zum zehnten Female Chefs Table reisten Frauen aus der Weststeiermark, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und Norddeutschland an. Köchinnen, Gastronominnen, Hotelièren, Winzerinnen, Produzentinnen.
Gastgeberin war Katharina Wolf von KATE & KON. Nach dem Aperitif im Innenhof des historischen Forstamts führte sie die Runde mit gefüllten Gläsern hinunter an den Attersee. Dort begann die Vorstellungsrunde – persönliche Lebenswege, berufliche Entscheidungen, Umwege. Geschichten, die man so in keinem Lebenslauf liest.
Katharina hat den Betrieb mit 20 Jahren übernommen. Seit 21 Jahren führt sie KATE & KON gemeinsam mit ihrem Mann Florian und ihrem Bruder Konstantin. Heute steht das Haus für Fine Wine und hochselektierte Feinkost – mit klarer Haltung und persönlicher Handschrift.
Das fünfgängige Menü kochte das Sterne-Restaurant Rossbarth aus Linz.
Eine Weinbegleitung von Frauen für Frauen
Ein Detail, das den Abend besonders gemacht hat: Alle Weine und der Champagner wurden von Frauen vinifiziert.
Im Glas waren unter anderem der Champagne Ayala Le Blanc de Blancs, die Wehlener Sonnenuhr Spätlese von Joh. Jos. Prüm, Grüner Veltliner und Riesling vom Weingut Christina & Rainer Wess, Weine von Château Lafleur und Château L’Évangile sowie der Ruster Ausbruch von Heidi Schröck.
Christina Wess, Winzerin aus Krems, saß selbst mit am Tisch und erzählte von ihrer Arbeit. Genau das macht den Unterschied: nicht nur das Produkt kennenlernen, sondern die Frau dahinter.
Hinter jedem guten Produkt steht ein Mensch, der Verantwortung übernimmt.
Warum Frauen in der Gastronomie Sichtbarkeit brauchen
Die Gastronomie und Kulinarik wird stark von Frauen getragen – in Küchen, Betrieben, Weingärten und Manufakturen. Sichtbar sind trotzdem oft andere. Auf Podien, in Rankings, in den Medien.
Der Female Chefs Table setzt genau hier an. Nicht mit lauter Kampagne, sondern mit etwas Einfachem: einem Tisch, an dem Frauen offen über Erfolge, Entscheidungen und auch Herausforderungen im Berufsalltag sprechen können. Ohne sich beweisen zu müssen.
„Hier muss sich niemand beweisen oder einer Bewertung unterziehen“, sagt Gründerin Karin Stöttinger.
Daraus entstehen Kontakte, die tragen. Nicht weil man möglichst viele sammelt, sondern weil man einander wirklich kennenlernt. Auch Falstaff hat über den Abend am Attersee berichtet.
Was bedeutet das für Sarmakinas?
Sarmakinas wurde von einer Frau gegründet. Wir sind selbst Produzent:innen – mit eigenen Bäumen in Messinien, eigener Ernte und PDO-Kalamata-zertifiziertem Olivenöl aus der Koroneiki-Olive. Wir wissen, wie viel Arbeit hinter einem ehrlichen Produkt steckt. Und wie selten man darüber mit Menschen spricht, die dasselbe erleben.
Für uns ist Vernetzung unter Frauen kein Nice-to-have. Sie ist notwendig. Frauen, die sich gegenseitig sichtbar machen, Erfahrungen teilen und einander weiterempfehlen, verändern eine Branche nachhaltiger als jede Imagekampagne.
Deshalb waren wir gerne dabei. Und deshalb sagen wir danke – an Karin Stöttinger, an Katharina Wolf und an alle Frauen, die diesen Abend mit uns geteilt haben.
Haltung statt Show. Begegnung statt Bühne.
Fazit
Der 10. Female Chefs Table bei KATE & KON am Attersee hat gezeigt, was ein einfacher Rahmen leisten kann: 21 Frauen, eine Tafel, ehrliche Gespräche. Keine Konkurrenz, sondern Vertrauen. Keine Visitenkarten, sondern Verbindungen.
Frauen in Gastronomie, Wein und Kulinarik brauchen keinen exklusiven Club. Sie brauchen Räume, in denen sie gesehen werden.
Gute Dinge entstehen dort, wo Menschen einander zuhören.








